Beiträge aus der Welt der kognitiven Verhaltenstherapie

100 Jahre Aaron T. Beck


Der Mitbegründer der modernen kognitiven Verhaltenstherapie A. T. Beck wird in diesem Juni 100 Jahre alt. Wie geht es weiter? The Future of Cognitive Behavioral Therapy

Neue Kraft schöpfen – Lösungsorientierte Wege aus dem Burnout


Wer unter einem Burnout leidet, fühlt sich oft leer, überfordert und kraftlos. In der kognitiven Verhaltenstherapie setzen wir gezielt an Ihren Denkmustern und Verhaltensweisen an, die zur Erschöpfung beigetragen haben – und helfen Ihnen, neue gesündere Wege im Alltag zu finden. Dabei fließt auch der lösungsorientierte Ansatz nach Steve de Shazer mit ein, der besonders hilfreich sein kann, wenn sich alles schwer und ausweglos anfühlt.

Was bedeutet „lösungsorientiert“ für Sie als Burnout-Betroffene\:n?

Statt sich ausschließlich mit Problemen oder Ursachen zu beschäftigen, richtet sich der Blick auf Ihre Ressourcen – also auf das, was trotz der Erschöpfung noch funktioniert. Gemeinsam finden wir heraus:

  • Was gibt Ihnen (noch) Kraft?
  • Welche Momente fühlen sich etwas leichter an?
  • Wie könnten kleine Veränderungen große Wirkung entfalten?

Ihr Nutzen aus der Kombination von Verhaltenstherapie und Lösungsfokus:

  • Sie entwickeln wieder ein Gefühl von Kontrolle und Wirksamkeit.
  • Sie lernen, Ihre Kräfte gezielt einzusetzen und besser zu schützen.
  • Der Fokus auf vorhandene Stärken kann neue Hoffnung geben – selbst in kleinen Schritten.
  • Die Therapie wird nicht als „Fehlersuche“, sondern als Weg zu mehr Selbstfürsorge erlebt.

Diese integrative Herangehensweise bietet einen klaren, strukturierten und gleichzeitig mitfühlenden Rahmen, um aus der Erschöpfung wieder in Ihre Kraft zu kommen – nachhaltig und in Ihrem Tempo.


Wenn das bisherige Leben nicht mehr passt – Veränderung und Neuorientierung


Es gibt Lebensphasen, in denen nichts wirklich falsch ist – und sich trotzdem etwas falsch anfühlt.

Man steht morgens auf, geht zur Arbeit, erledigt seine Aufgaben, trifft Menschen, die man kennt, kommt nach Hause. Das Leben funktioniert.

Nur: Es fühlt sich nicht mehr ganz nach dem eigenen Leben an.

Vielleicht ist es zunächst nur eine leise Irritation. Dinge, auf die man sich früher gefreut hat, berühren einen weniger. Gespräche wiederholen sich. Die Arbeit ist nicht schlecht, aber sie bedeutet einem auch nicht mehr besonders viel. In der Partnerschaft ist man miteinander vertraut – und gleichzeitig fragt man sich manchmal, wann aus Nähe eigentlich Gewohnheit geworden ist.

Man lebt weiter wie bisher.

Aber innerlich beginnt sich etwas zu verschieben.

Der Moment, in dem das Selbstverständliche fragwürdig wird

Oft kommt dieser Moment nicht plötzlich.

Es ist vielmehr ein langsames Bewusstwerden: Das, was einmal gepasst hat, passt nicht mehr ganz zu mir.

Das kann nach einer beruflichen Veränderung entstehen, nach dem Auszug der Kinder, nach einer Trennung oder dem Ende einer langen Beziehung. Es kann mit dem Älterwerden zusammenhängen oder mit der Erkenntnis, dass bestimmte Möglichkeiten im Leben nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Manchmal braucht es aber überhaupt kein äußeres Ereignis.

Man wacht eines Tages auf und merkt:

Ich möchte nicht einfach nur weitermachen wie bisher.

Und genau das kann verunsichern.

Denn das bisherige Leben ist ja nicht unbedingt schlecht. Vielleicht hat man lange dafür gearbeitet. Vielleicht hat man Verantwortung übernommen, eine Familie gegründet, beruflich etwas aufgebaut, für andere da gewesen.

Sollte man das alles infrage stellen?

Zwischen Dankbarkeit und Unzufriedenheit

Eine der schwierigsten Erfahrungen besteht darin, dass man gleichzeitig dankbar und unzufrieden sein kann.

Man kann einen guten Beruf haben und trotzdem nicht mehr darin aufgehen.

Man kann einen Menschen lieben und dennoch merken, dass die Beziehung nicht mehr so ist, wie man sie braucht.

Man kann Kinder haben, die man liebt, und sich dennoch fragen, wer man eigentlich jenseits der Elternrolle ist.

Man kann ein materiell abgesichertes Leben führen und sich trotzdem innerlich leer fühlen.

Das macht die eigene Unzufriedenheit manchmal besonders schwer verständlich.

„Eigentlich dürfte es mir doch gar nicht schlecht gehen.“

Doch psychisches Wohlbefinden folgt nicht immer der äußeren Bilanz unseres Lebens.

Es geht nicht nur darum, ob wir alles haben, was vernünftig betrachtet wichtig ist.

Es geht auch darum, ob wir uns in unserem eigenen Leben noch wiederfinden.

Wenn die eigenen Wünsche leiser geworden sind

Viele Menschen haben gelernt, zuverlässig zu sein.

Sie funktionieren, übernehmen Verantwortung, kümmern sich, halten durch.

Das sind wertvolle Eigenschaften.

Aber sie können ihren Preis haben.

Wer über viele Jahre vor allem danach fragt, was notwendig ist, was erwartet wird oder was für andere wichtig ist, verliert manchmal den Kontakt zu einer anderen Frage:

Was möchte ich?

Nicht: Was sollte ich wollen?

Nicht: Was wäre vernünftig?

Nicht: Was würden die anderen von mir erwarten?

Sondern schlicht:

Was tut mir gut? Was interessiert mich? Wonach sehne ich mich?

Auf diese Fragen gibt es manchmal erstaunlich wenig unmittelbare Antworten.

Nicht weil keine Wünsche mehr da wären.

Sondern weil man ihnen lange nicht zugehört hat.

Das Problem mit dem Neuanfang

Wenn das alte Leben nicht mehr passt, entsteht leicht die Fantasie vom großen Schnitt.

Eine neue Beziehung.
Ein anderer Beruf.
Eine neue Stadt.
Ein anderes Leben.

Und tatsächlich kann ein Neuanfang manchmal genau das Richtige sein.

Aber manchmal steckt hinter dem Wunsch nach einem neuen Leben zunächst etwas anderes: der Wunsch, sich selbst wieder zu spüren.

Dann besteht die entscheidende Veränderung vielleicht nicht darin, alles hinter sich zu lassen.

Sondern darin, sich selbst wieder ernster zu nehmen.

Die eigenen Grenzen.

Die eigenen Bedürfnisse.

Die eigene Lebendigkeit.

Die Dinge, die man früher einmal wichtig fand und irgendwann aufgegeben hat.

Veränderung beginnt oft früher als die Entscheidung

Eine interessante Erfahrung in der Psychotherapie ist, dass Menschen häufig glauben, sie müssten zunächst wissen, was sie wollen, bevor sie etwas verändern können.

Oft ist es umgekehrt.

Indem man beginnt, genauer hinzusehen, entsteht allmählich ein klareres Bild.

Was macht mich eigentlich unzufrieden?

Was vermisse ich?

Wovor habe ich Angst?

Welche Kompromisse sind für mich akzeptabel – und welche nicht mehr?

Welche Erwartungen anderer habe ich zu meinen eigenen gemacht?

Und wo verwechsle ich Sicherheit mit einem guten Leben?

Das sind keine Fragen, die man unbedingt allein beantworten muss.

Manchmal hilft es, sie mit jemandem zu betrachten, der nicht Teil des eigenen Beziehungs- und Erwartungsgeflechtes ist.

Nicht alles muss anders werden

Dabei geht es in einer Psychotherapie nicht zwangsläufig darum, das bisherige Leben zu verändern.

Manchmal geht es zunächst darum, es besser zu verstehen.

Vielleicht stellt sich heraus, dass die Arbeit gar nicht das eigentliche Problem ist.

Vielleicht fehlt Nähe.

Oder Selbstbestimmung.

Vielleicht ist man seit Jahren zu angepasst.

Vielleicht ist man erschöpft und braucht zunächst Entlastung, bevor überhaupt wieder Wünsche entstehen können.

Vielleicht ist tatsächlich eine wichtige Veränderung notwendig.

Und vielleicht stellt sich heraus, dass das eigene Leben gar nicht grundsätzlich falsch ist – sondern an einigen Stellen nicht mehr zu dem Menschen passt, der man inzwischen geworden ist.

Dann geht es nicht um einen radikalen Neuanfang.

Sondern um eine Neuverhandlung des eigenen Lebens.

Der Mut, das eigene Leben wieder zu bewohnen

Es gibt einen Unterschied zwischen einem Leben, das man führt, und einem Leben, in dem man sich zu Hause fühlt.

Dieser Unterschied kann klein sein.

Und manchmal ist er gewaltig.

Vielleicht besteht die Aufgabe einer solchen Lebensphase nicht darin, möglichst schnell eine Lösung zu finden.

Vielleicht besteht sie zunächst darin, ernst zu nehmen, dass etwas in uns nicht mehr einfach weitermachen möchte.

Nicht jede Unzufriedenheit ist eine Depression. Nicht jede Krise braucht eine Therapie.

Aber manchmal ist das diffuse Gefühl, dass das eigene Leben nicht mehr richtig passt, ein Hinweis darauf, dass etwas Aufmerksamkeit verdient.

Dann kann es hilfreich sein, innezuhalten.

Nicht sofort alles zu verändern.

Aber auch nicht länger so zu tun, als wäre alles wie früher.

Denn ein erfüllteres Leben beginnt nicht immer mit einer großen Entscheidung.

Manchmal beginnt es mit einem sehr stillen Satz:

„So wie bisher möchte ich nicht mehr weitermachen.“

Und mit der ebenso wichtigen Frage:

„Wie möchte ich stattdessen leben?“